Private Krankenversicherung

Private Krankenversicherung

Unser Zusatz-Service: Private-Krankenversicherung FAQ

Die private Krankenversicherung ist eine Form der Vorsorge für Krankheitskosten. In den privaten Krankenversicherungen sind Personen versichert, für die keine Versicherungspflicht in der gesetzlichen Krankenversicherung besteht. Dies sind:

  • Beamte
  • Selbständige
  • Freiberufler
  • Arbeitnehmer, deren Einkommen über der Versicherungspflichtgrenze liegt

Die private Krankenversicherung besteht aus fünf Bausteinen:

  1. Ambulanter Schutz
  2. Dieses betrifft zum Beispiel die Erstattung von Kosten

    • eines Arztbesuches
    • für Medikamente
    • Heilmittel wie Massagen
    • Hilfsmittel wie Brillen

  3. Zahnschutz
  4. Hierbei werden Kosten für Zahnbehandlungen und Zahnersatz sowie kieferorthopädische Behandlungen übernommen

  5. stationärer Schutz
  6. Übernahme von Kosten, die durch Unterkunft, Pflege und Versorgung im Krankenhaus entstehen

  7. Pflegepflichtversicherung
  8. sie ist seit dem 01.01.1995 gesetzlich vorgeschrieben. Angestellte erhalten einen Zuschuss von 50 Prozent des Beitrages, maximal aber 29,96 Euro pro Monat. Oft gibt es hierbei regionale Unterschiede.

  9. Beitragsentlastung im Rentenalter
  10. seit dem Gesundheitsreformgesetz ist dieser Bestandteil gesetzlich vorgeschrieben. Beim Abschluss einer privaten Krankenversicherung muss der Versicherungsnehmer einen Beitragszuschlag von zehn Prozent auf bestimmte Tarife entrichten. Dieser Mehrbetrag wird während des Arbeitslebens mit etwa sieben Prozent verzinst angespart. Diese Summe wird dann zur Beitragsreduzierung im Rentenalter verwendet.

Je nach den Bedürfnissen können verschiedene Tarife für

  • ambulante Behandlungen
  • zahnärztliche Behandlungen
  • stationäre Behandlungen

kombiniert werden. Einige Tarife beinhalten auch eine Selbstbeteiligung, das heißt die Versicherung tritt erst dann ein, wenn die jährlichen oder monatlichen Arzt- und Medikamentenkosten den Selbstbeteiligungsbetrag übersteigen.

Für bestimmte Leistungen können auch Obergrenzen vereinbart sein, zum Beispiel Brillen bis maximal 300€. Dafür sind in diesen Fällen die Versicherungsprämien geringer oder ein Teil der Beiträge wird zurück erstattet, wenn die Leistung nicht in Anspruch genommen wurde.

Ambulante Behandlung

Der Ambulantentarif regelt die Kostenerstattung für Behandlungen und Untersuchungen durch niedergelassene Ärzte. Auch werden Kosten für alles, was die Ärzte verschreiben, übernommen, zum Beispiel Medikamente, Brillen, oder ähnliches. Die Erstattungen für Sehhilfen sind in der privaten Krankenversicherung höher und die Leistungen besser als in der gesetzlichen Krankenversicherung. Bei Medikamenten und Heilmitteln wie Massagen übernimmt die private Krankenversicherung sämtliche Kosten. Die einzelnen Angebote der Versicherungsgesellschaften unterscheiden sich meist in der Höhe, in der sie Arzt- und Zahnarzthonorare übernehmen. Oft übernehmen die privaten Krankenversicherungsgesellschaften auch Kosten, die bei der Behandlung durch einen Heilpraktiker entstehen. Legt ein Versicherungsnehmer auf diese Behandlungsart sehr viel wert, sollte er darauf achten, dass auch hier ein Großteil der Honorare übernommen wird, da einige Versicherungsgesellschaften nur 75 bis 80% der Heilpraktikerrechnung übernehmen, andere Gesellschaften dagegen eine feste jährliche Obergrenze haben. Für die ambulante Psychotherapie werden die Kosten oft nur für höchstens 20 bis 30 Sitzungen pro Jahr beglichen. Da dies in den meisten Fällen nur für eine Kurzzeittherapie reicht, liegt dieses Angebot deutlich unter dem Niveau der gesetzlichen Krankenkasse.

Stationärtarif

Dieser Tarif beinhaltet die Übernahme aller Kosten, die mit der Behandlung im Krankenhaus zu tun haben. Dies sind beispielsweise

  • die Unterbringung in einem Ein- oder Zweibettzimmer
  • die Behandlung durch einen Wahlarzt
  • die Transportkosten zum oder vom Krankenhaus

Zahnbehandlung und Zahnersatz

Auch hier ist es wichtig auf die Größenordnung der Kostenübernahme zu achten, denn es gibt keine Versicherung, die jede Zahnarztrechnung komplett begleicht. Je nach Tarif werden bei Zahnersatz (Kronen, Brücken) zwischen 50 und 90% übernommen. Die Kosten für Labor- und Materialkosten werden ebenfalls nur anteilig übernommen. Die private Krankenversicherung hat jedoch eine bessere Versorgung bei Zahnersatzmaßnahmen ohne eine Beschränkung auf einfache Materialien.

Tagegeld für Ausfallzeiten

Durch eine längere Krankheit fehlt oft das Einkommen. Durch das Tagegeld für Ausfallzeiten kann diese Lücke geschlossen werden. Hierbei gibt es eine Karenzzeit, die üblicherweise 42 Tage beträgt. Karenzzeit ist die Zeit, in der der Arbeitgeber den Lohn weiterzahlt und noch kein Krankentagegeld gezahlt wird.

Selbständige Versicherungsnehmer sollten sich genau überlegen, wie lange die Ausfallzeit von Einkommen zu verkraften ist. Ein krankheitsbedingter Verdienstausfall schlägt hier von Anfang an zu Buche.

Für Beamte ist das Tagegeld für Ausfallzeiten unbedeutend, da sie auch bei einer längeren Arbeitsunfähigkeit keinen Verdienstausfall haben.

Reisekrankenversicherung

Des weiteren übernimmt die Private Krankenversicherung Kosten, die bei einer medizinischen Behandlung im Ausland entsehen sowie Kosten für einen evtl. Rücktransport. Eine private Krankenversicherung übernimmt jedoch keine Kosten von Unfällen, Krankheiten und Todesfällen, die aufgrund von Kriegseinsätzen oder Wehrdienst entstanden sind. Weiter sind Krankheiten und Unfälle, die vorsätzlich herbeigeführt wurden, nicht versichert. Entziehungskuren sowie Entziehungsmaßnahmen und Behandlungen von nicht anerkannten Ärzten, Zahnärzten und Heilpraktikern sind ebenfalls nicht im Versicherungsumfang enthalten.Falls nicht anders vereinbart, werden auch die Kosten von Kur- und Sanatoriumsaufenthalten nicht übernommen. Angehörige sind ebenfalls nicht mitversichert.

Der Versicherungsschutz der Grundbausteine kann jedoch je nach Bedarf erweitert werden. Zum Beispiel kann ein Krankenhaus-Tagegeld vereinbart werden, wobei der Versicherungsnehmer für jeden Tag, den er im Krankenhaus verbringen muss, eine finanzielle Entschädigung bekommt. Auch können Kurleistungen und eine Pflege-Zusatzversicherung in den Versicherungsumfang aufgenommen werden. Des weiteren gibt es einen sogenannten Entlastungstarif, bei dem der Beitrag um einen festen Betrag beziehungsweise um einen festen Prozentsatz ab dem 65. Lebensjahr gesenkt wird. Dieser Anspruch geht allerdings verloren, wenn der Versicherungsnehmer die Versicherungsgesellschaft wechselt.

Personenkreis

Nicht jeder kann sich privat Krankenversichern, das ist abhängig vom Beruf und vom Verdienst. Ein Angestellter kann zum Beispiel nur in die private Krankenversicherung wechseln, wenn sein jährliches Bruttoeinkommen 47.250 Euro übersteigt.

Jederzeit dagegen können

  • Beamte
  • Selbständige
  • Freiberufler
  • Ärzte
  • Zahnärzte
  • Veterinäre

in die private Krankenversicherung wechseln. Ausgenommen davon sind allerdings Handwerksmeister und Künstler. Studenten sind mit Abschluss des 14. Semesters bzw. spätestens mit dem 30. Lebensjahr nicht mehr über die Eltern mitversichert. Im Bereich der privaten Krankenversicherung gibt es für Studenten, besonders für Männer, oft sehr interessante Angebote.

Beamte

Die Gruppe der Beamten stellt eine Besonderheit dar, denn die Angebote für Beamte orientieren sich am Anteil an den Behandlungskosten, den der Dienstherr im Rahmen der Beihilfe zahlt.

Vorteile der privaten Krankenversicherung für Beamte

Unabhängig von der unterschiedlichen Versicherungen müssen Beamte ihre Arztrechnungen generell selbst bezahlten, haben aber im Durchschnitt einen Beihilfeanspruch von 50 Prozent. Hier ist dann nur noch eine private Versicherung der fehlenden 50 Prozent notwendig. Unterschiede gibt es hier allerdings beim Zahnersatz, da hier nur 25 Prozent Beihilfe geleistet werden. Eine sogenannte Beihilfeergänzung schließt diese Lücke. Daher sind Beamte recht häufig in einer privaten Krankenversicherung versichert. Selbstverständlich können sie sich auch freiwillig in einer gesetzlichen Krankenkasse versichern, jedoch müssen sie hier die vollen Beiträge entrichten.

Nachteile der privaten Krankenversicherung für Beamte

Ein Nachteil der privaten Krankenversicherung ist, dass jedes Familienmitglied eine eigene Krankenversicherung abschließen muss. Hier gibt es keine Familienversicherung, wie es bei der gesetzlichen Krankenversicherung der Fall ist.

Beitragsbemessung und Kostenübernahmewesen

Im Gegensatz zu der gesetzlichen Krankenversicherung erhebt die PKV (private Krankenversicherung) dem Risiko entsprechende Versicherungsprämien, das heißt, geschlechts- und altersabhängig, aber auch abhängig vom Gesundheitszustand der zu versichernden Person bei Versicherungsbeginn. Hat ein Versicherungsnehmer Vorerkrankungen, wird ein Risikozuschlag erhoben oder es kommt ein Ausschluss bestimmter Leistungen in Frage. Hat der Antragsteller schwere oder unberechenbare Vorerkrankungen, wird ein Antrag auf eine private Krankenversicherung auch abgelehnt.

Kostenübernahmewesen bei ambulanten Behandlungen

Das Abrechnungswesen bei ambulanten Behandlungen läuft folgendermaßen: Über die Kosten nach einem Arztbesuch erhält der Versicherte eine Rechnung direkt vom Arzt. Der Versicherte reicht diese Rechnung, ebenso die für Rezepte, bei seiner Versicherung ein und bekommt den Betrag nach einer Prüfung zurück erstattet.

Kostenübernahmewesen bei Krankenhausaufenthalten

Bei Krankenhausaufenthalten rechnet die Klinik in der Regel die Kosten direkt mit der PKV ab, wenn der Patient im Krankenhaus seine Versicherungskarte vorgelegt hat. Die Rechnungen der Ärzte werden jedoch wie bei der ambulanten Behandlung erstellt.

Zusammensetzung der Beiträge der privaten Krankenversicherung

Im Gegensatz zu den gesetzlichen Krankenkassen dürfen private Krankenversicherer ihre Ausgaben nicht durch Budgets begrenzen. Dies stellt für den Patienten einen Vorteil dar, da der Arzt jede Behandlung ohne Abzüge bezahlt bekommt und sich aus diesem Grunde nicht einschränken muss. Nachteil ist jedoch, dass die Versicherungsnehmer dies mit steigenden Beiträgen bezahlen müssen.

Dabei müssten private Krankenversicherungsgesellschaften ihre Tarife so kalkulieren, dass die Summe der bis zum Lebensende gezahlten Beiträge reicht, um sämtliche Kosten für einen Versicherungsnehmer zu decken.

Aus diesem Grund setzt sich der Beitrag der privaten Krankenversicherung aus zwei Teilen zusammen.

  1. Der eine Teil deckt die im aktuellen Jahr anfallenden Krankheitskosten
  2. Der andere wird für die erwarteten höheren Kosten im Alter angespart.

Die Sparanteile werden mit 3,5 Prozent verzinst und fließen in die sogenannte Altersrückstellung. In den ersten zehn bis 20 Versicherungsjahren zahlt der Versicherungsnehmer also mehr Beiträge ein als im Alter. Durch

  • den medizinischen Fortschritt
  • die teureren Behandlungsmethoden und
  • die steigende Lebenserwartung

können die Versicherungsgesellschaften immer nur vorläufig berechnen, welche Ausgaben im Laufe eines Versichertenlebens anfallen. Statistisch gesehen ist die durchschnittliche Lebenserwartung von Privatpatienten sogar höher als die aller anderen Bürger. Die Hochrechnung der Lebenserwartung, die sogenannte Sterbetafel, muss daher von den Versicherungsgesellschaften regelmäßig umgestellt werden.

Erhöhung der Beiträge der privaten Krankenversicherung

Die Einnahmen und Ausgaben für jeden Versicherungstarif müssen die Krankenversicherungsgesellschaften mindestens einmal im Jahr überprüfen lassen. Dies geschieht durch einen unabhängigen Treuhänder. Liegen die Ausgaben um mehr als zehn Prozent über dem, was die Versicherungsgesellschaften kalkuliert hatten, dürfen die Beiträge erhöht werden. Das aber auch nur, wenn der Treuhänder zugestimmt hat.

Zuschlag für Neukunden der privaten Krankenversicherung

Steigen die Beiträge, trifft es Versicherungsnehmer, die schon sehr lange privat versichert sind, am härtesten. Mit jeder Neukalkulation muss die bisher gebildete Altersrückstellung aufgestockt werden. Daher hat die Bundesregierung die Versicherungsgesellschaften im Jahr 2000 gezwungen, für ältere Privatversicherte eine weitere Sicherheitsreserve anzulegen. Alle Neukunden im Alter zwischen 21 und 60 Jahren müssen seitdem einen Zuschlag von 10% auf ihren Beitrag zahlen.

Zudem müssen die Versicherungsgesellschaften vom Überzins dem Versicherungsnehmer 90 Prozent zugute kommen lassen, wenn die Versicherer durch Kapitalanlagen mehr als die 3,5 Prozent Zinsen auf die Altersrückstellung erreichen. Die Summen werden wie der gesetzliche Zuschlang angelegt und dienen zur Begrenzung von Beitragserhöhungen ab dem 65. Lebensjahr. Die gesetzlichen Rückstellungen dürfen erst ab dem 80. Lebensjahr des Versicherungsnehmers verwendet werden.

Milderung der Beiträge der privaten Krankenversicherung durch eine Überschussbeteiligung

Beitragserhöhungen können zudem durch eine Überschussbeteiligung, die über die gesetzliche Beteiligung am Überzins hinausgeht, gemildert werden. So müssen Versicherungsgesellschaften mindestens 80 Prozent des gesamten Überschusses aus der Kapitalanlage und dem Versicherungsgeschäft an ihre Mitglieder weitergeben. Dies ist jedoch nicht gesetzlich vorgeschrieben und somit können die Überschüsse auch als Beitragsrückerstattung an die Mitglieder ausgezahlt werden, wenn der Versicherungsnehmer keine Rechnungen eingereicht hat. Bei fast allen privaten Versicherungstarifen ist eine Selbstbeteiligung vorgesehen. Hierbei gilt grundsätzlich:

je höher der Selbstbehalt, desto niedriger sind die Beiträge.

  • Bei Angestellten lohnt sich ein hoher Selbstbehalt zum Beispiel fast gar nicht, da hier der Arbeitgeber die Hälfte des Beitrages leistet, sich aber nicht am Eigenanteil beteiligt
  • Selbständige hingegen müssen den vollen Beitrag selbst bezahlen, so dass eine hohe Selbstbeteiligung lohnend ist
  • Beamte brauchen überhaupt keine Selbstbetilgung zu vereinbaren, da ihre Ersparnis minimal wäre.

Da sich langfristig nicht vorhersagen lässt, welche Tarife in Zukunft am geringsten steigen, sollte sich der Versicherungsnehmer bei der Wahl der Krankenversicherung in erster Line an einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis orientieren.

Ansonsten richtet sich die Beitragshöhe nach dem Alter des Versicherungsnehmers, dem Geschlecht, den Vorerkrankungen und der Höhe der Selbstbeteiligung.

Einige Versicherungsgesellschaften bieten sogenannte Einsteigertarife für junge Selbständige an. Hierbei sind die Leistungen mit denen der gesetzlichen Krankenkasse vergleichbar.

Bei manchen Versicherungsgesellschaften erhält man auch bis zu drei Monatsbeiträge zurück, wenn man den Versicherer ein Jahr lang keinen Cent gekostet hat.

Unterschiede zwischen PKV (private Krankenversicherung) und GKV (gesetzliche Krankenversicherung)

Im Folgenden werden die Unterschiede zwischen der privaten und der gesetzlichen Krankenversicherung dargestellt.

Beiträge für Familienangehörige

Familienangehörige der Mitglieder ohne eigenes Einkommen sind in der GKV beitragsfrei mitversichert. Bei der PKV ist für jede versicherte Person ein separater Beitrag fällig. Die Beiträge richten sich bei der GKV prozentual nach dem Arbeitsentgelt bis zur Beitragsbemessungsgrenze.

Beitragserrechnung

Bei der PKV wird der Beitrag nach dem persönlichen Krankheitsrisiko berechnet. Gut verdienende Alleinstehende erhalten in der PKV in der Regel günstigere Tarife als in der GKV.

Da die Einkünfte aus der Behandlung von Privatpatienten entscheidend zur Wirtschaftlichkeit einer Praxis oder Klink beitragen, kommt es vor, dass Privatversicherte bei niedergelassenen Ärzten und im Krankenhaus bevorzugt behandelt werden. Einige Leistungen werden von der GKV im Gegensatz zur PKV nicht oder nur teilweise bezahlt, zum Beispiel Sehhilfen. Alle Versicherten haben in der GKV den gleichen Status und den gleichen Leistungsanspruch. Die Leistungen der GKV werden im Sozialgesetzbuch und nicht durch privatrechtliche Verträge festgelegt. Klagen gegen eine GKV erfolgt vor den Sozialgerichten und sind kostenfrei.

Aufnahme in eine gesetzliche Krankenkasse

PKV-Versicherte können auf die Höhe ihre Beitrages durch Anpassung ihrer Leistungsansprüche und die Höhe eines etwaigen Selbstbehalts Einfluss nehmen. Wissenswertes: Wer einmal privat vollversichert ist, wird von der gesetzlichen Krankenkasse nur dann wieder aufgenommen, wenn er wieder versicherungspflichtig ist. Jedoch nur, wenn er noch keine 55 Jahre alt ist beziehungsweise zuvor weniger als 5 Jahre in der privaten Krankversicherung versichert war.

Wechsel von einer privaten Krankenversicherung zu einer anderen privaten Krankenversicherung

Ist ein Versicherungsnehmer mit den Leistungen einer privaten Krankenkasse unzufrieden, kann er oft nur unter erheblichen finanziellen Nachteilen zu einem anderen privaten Krankenversicherer wechseln, da die Altersrückstellung nicht angerechnet wird.

Antragsstellung bei der privaten Krankenversicherung

Bei der Antragstellung muss der Versicherungsnehmer einige Gesundheitsfragen beantworten, damit sich die Versicherungsgesellschaft ein umfassendes Bild über den Gesundheitszustand machen kann. Es gilt diese Fragen so genau und vollständig wie möglich zu beantworten, da bei einer Falschaussage die Leistungen gestrichen werden dürfen. Mit der Unterschrift des Versicherungsnehmers entbindet er seine behandelnden Ärzte von der Schweigepflicht, so dass das Versicherungsunternehmen Informationen über den Gesundheitszustand einholen kann.

Sind schwerwiegende und nicht ausgeheilte Erkrankungen vorhanden, kann die Versicherungsgesellschaft einen Risikozuschlag fordern, einzelne Krankheiten vom Versicherungsschutz ausschließen oder den Antrag auch ganz ablehnen. Wichtig ist hierbei zu wissen, dass sich die Beurteilung der Risiken von Versicherer zu Versicherer oftmals erheblichen unterscheiden und daher unbedingt gut verglichen werden sollten.

Treten Erkrankungen später auf, können die Beiträge nicht erhöht werden. Auch ein Leistungsausschluss oder Risikozuschlag darf nicht verlangt werden.

Gründe für eine Ablehnung seitens der privaten Krankenversicherung

Da die privaten Versicherungsgesellschaften nicht jeden Antragsteller aufnehmen müssen, lehnen sie oft schon Krankheiten wie Diabetes oder schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen ab. Auch wenn jemand schon einmal psychotherapeutische Hilfe in Anspruch genommen hat, ist das für eine Ablehnung ausreichend.

Wartezeiten bei der privaten Krankenversicherung

Der Versicherungsschutz beginnt mit dem Tag, der im Vertrag vereinbart ist. Einige private Krankenversicherungsgesellschaften behalten sich eine sogenannte Wartezeit vor, um sich vor Falschaussagen des Versicherungsnehmers zu schützen. Die allgemeine Wartezeit beträgt drei Monate. In dieser Zeit müssen sämtliche Arzt- und Apothekenkosten vom Versicherungsnehmer allein beglichen werden. Die besondere Wartezeit beträgt acht Monate und gilt für Entbindungen, Zahnbehandlungen, kieferorthopädische Eingriffe sowie Psychotherapien. Die Wartezeit wird bei Unfällen erlassen, oft auch dann, wenn ein weiteres Familienmitglied ebenfalls privat versichert wird. Ebenso entfällt sie bei einem Wechsel von der gesetzlichen oder einer anderen privaten Krankenversicherung bei Vorlage eines ärztlichen Gutachtens.

Kündigung der privaten Krankenversicherung

Die private Krankenversicherung kann mit einer Kündigungsfrist von drei Monaten zum Ende des Kalenderjahres gekündigt werden. Ist eine Mindestvertragsdauer vereinbart, muss diese natürliche eingehalten werden. Das Versicherungsverhältnis verlängert sich immer jeweils um ein Jahr, wenn nicht gekündigt wird.

Nach Vertragsabschluss hat der Versicherungsnehmer ein Rücktrittsrecht für den Zeitraum von zwei Monaten nach Vertragsunterzeichnung.

Ergeben sich Beitragserhöhungen ohne Leistungsanpassung oder eine Kürzung der Leistungen, kann der Versicherungsnehmer binnen eines Monats nach Zugang des Änderungsbescheides kündigen. Im Todesfall endet die Versicherungspolice automatisch.



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