Abonnentenversicherung
Abonnentenversicherung (Versicherungsleistung mit Zeitungsabonnement)
Hiermit ist eine Versicherungsleistung in Kombination mit einem Zeitungsabonnement gemeint.
Seinen Ursprung hat die Abonnentenversicherung, als kundendienstorientierte Leistung von Verlegern, 1890 in Leipzig.
In Großbritannien steigerte die Zeitung 'Tit Bits' seine Auflage auf 700.000 Exemplare durch eine solche Kombinationsleistung. Und auch 'The Times' bot 1883 den Hinterbliebenen von Lesern 1.000 Pfund an, wenn der Abonnent mit der neusten Zeitung in der Tasche von einem Unfall mit tödlichem Ausgang überrascht wurde.
Unfallversicherung
Der Leipziger Stadt- und Dorfanzeiger versprach seinen Lesern, also nicht nur dem Abonnenten, eine Unfallversicherung bei der Ersten Österreichischen Unfallversicherungsgesellschaft in Wien. Der Versicherungsumfang erstreckte sich auf Vermögensverluste in Folge von Körperverletzung in Beruf und Freizeit im Königreich Sachsen sowie im Herzogtum Sachen-Altenburg. Die Versicherungssummen beliefen sich auf 500 Mark bei Invalidität oder Tod. Die Auflage der Zeitung wurde dadurch versechsfacht.
Streitpunkt Abonnentenversicherung
Diese Kundenbindung sorgte allerdings immer wieder für Streit, der sogar bis in den Reichstag ging. Stimmen wurden lauter, die die Worte
- skrupellos
- unlauter
- unsauber
nutzten. Jedoch entwickelte sich diese Versicherungsform als sehr erfolgreiches Instrument.
So kam es, dass aus den Versicherungszeitschriften, an denen eine Invaliditätsversicherung beziehungsweise Sterbegeldversicherung gekoppelt war, die heutige Familienschutzversicherung entstand.
Während der Währungsreform 1948 verschwand die Abonnentenversicherung gänzlich.
Neuerscheinen der Abonnentenversicherung
Seit 2004 bietet jedoch das Vorarlberger Medienhaus ein Dienstleistungspaket an, dass über die Leistungen der gesetzlichen Unfallversicherung weit hinaus geht.
So sind die Abonnenten der Vorarlberger Nachrichten und der Neuen Vorarlberger Tageszeitung für 29 Euro in allen üblichen Lebensbereichen versichert.
Des weiteren gibt es eine Reihe von Reiseversicherungen, die im Zusammenhang mit Zeitschriften rund um Reise und Verkehr vertrieben werden.
Ein Beispiel dafür wäre der ADAC.
