Ulrich Rüther verlässt Provinzial

Ulrich Rüther, Vorstandvorsitzender der Provinzial Nordwest, verlässt den Versicherungskonzern zum Jahresende 2014. Dies teilte der Aufsichtsrat der Provinzial Nordwest mit. Eine Begründung für den nun anstehenden Führungswechsel wurde nicht geliefert.

Führungswechsel bei der Provinzial Nordwest

Der Vorstandschef Ulrich Rüther der Provinzial Nordwest verlässt Ende 2014 das Unternehmen. Er hatte noch vor fast zwei Jahren für Schlagzeilen gesorgt, in dem er einen Angriff auf ihn vortäuschte. Nun muss sich die Provinzial Nordwest nach einem neuen Vorstandsvorsitzenden umschauen. Verbandspräsident Rolf Gerlach dankte Rüther in der Sitzung für die erfolgreiche und engagierte Arbeit der vergangenen acht Jahre.

Ende 2012 sorgte der scheidende Vorstandschef mit einem vorgetäuschten Angriff auf ihn für Schlagzeilen. Damals sollte ein Unbekannter den Unternehmenschef mit einem Schraubenzieher angegriffen haben. Rüther war damals mit leichten Verletzungen in ein Krankenhaus eingeliefert worden. Er hatte zunächst in seinem Umfeld von der Attacke berichtet, später aber gegenüber von Staatsanwaltschaft und Polizei diese Aussage korrigiert und angegebenen, den Angriff nur erfunden zu haben. Zu diesem Zeitpunkt geriet der Manager stark in die Kritik. Gleichzeitig wurde bekannt, dass die Provinzial Nordwest-Gruppe an den Allianz-Konzern verkauft werden könne. Damit begründete Rüther auch später den vorgespielten Angriff.

Widerstand gegen Verkaufspläne

Der am 18. März 1968 in Ibbenbüren geborene Vorstandsvorsitzende war seit Januar 2009 Chef der Provinzial Nordwest. Über den Gerling Konzern und der Ergo-Versicherung kam Rüther 2006 zur Provinzial.

Gründe für die Trennung wurden nicht genannt. Beobachter vermuten allerdings, dass es die Schraubenzieher Attacke war, die Rüther nun den Job kostet. Aber auch sein Widerstand gegen eine geplante Privatisierung der Provinzial Nordwest Holding könnte ursächlich für die Trennung sein. Doch Rüther hat die Verkaufspläne gemäß informierten Kreisen stetig abgelehnt – dadurch galt das Verhältnis zwischen Gerlach und Rüther als zerrüttet.

Zweifelsohne hat Ulrich Rüther einen guten Job bei der Provinzial Nordwest gemacht: Trotz enormer Unwetterschäden-Zahlungen konnte die Provinzial Nordwest im vergangenen Jahr einen Jahresüberschuss nach Steuern von 136,2 Millionen Euro verbuchen.