Es gibt eine neue Hiobsbotschaft bei den Krankenversicherungen, denn die Beitragssätze in der gesetzlichen Krankenversicherung werden offenbar stärker steigen als bisher angenommen.
Das Freiburger Forschungszentrums Generationenverträge hat berichtet, dass eine Verdoppelung des Beitragssatzes in den kommenden zwei Jahrzehnten bevorsteht.
Der Krankenkassenbeitrag wird möglicherweise innerhalb der nächsten 20 Jahre eine Steigerung von derzeit rund 14,5 Prozent auf knapp 22 Prozent erfahren. Laut Experten soll der Satz bis 2050 auf fast 30 Prozent klettern.
Auch der Versicherungsblog hat ähnliche Befürchtungen geäußert:
Allerdings ist es mehr als zweifelhaft, dass die gesetzlich Krankenversicherten in Zukunft tatsächlich finanziell besser wegkommen.
Erklärung der Verdopplung
Christian Hagist, FZG-WissenÂschaftler, begründete die Verdopplung des Krankenkassenbeitrags mit:
- steigenden Kosten in der medizinischen Versorgung
- der zunehmenden Alterung der Gesellschaft
- dem medizinisch-technischen Fortschritt
Interessant ist auch, dass der ab 2009 geplante Gesundheitsfond die Problematik nicht aufhalten kann. Der Fond wird die gewünschte nachhaltige Finanzierung der GKV nicht leisten können.
Gegenmeinung zum Krankenkassenbeitrag
Die Krankenkassen sind da anderer Meinung, da die Annahmen in der Wissenschaft umstritten sind.
Udo Barske, Sprecher des AOK-Bundesverbands:
Man muss die Zahlen überprüfen.
Ebenso Klaus Vater, Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums:
Ich habe große Scheu vor Langfristberechnungen.
Er unterstellt der Leitung des Freiburger Forschungszentrums Generationenverträge, dass diese nicht interessenfrei und mit der Versicherungswirtschaft eng verbunden sind.
